Willkommen auf dem Rütli

ruetli“Wiege der Schweizerischen Eidgenossenschaft” wird das stille Gelände am Urnersee genannt. Die Legende verbindet mit der Wiese im Herzen der Schweiz den Bund gegenseitiger Hilfe zwischen den drei Urkantonen im Jahr 1291. Friedrich Schiller verewigte mit seinem Drama "Wilhelm Tell" im Jahr 1804 die Gründungssagen der Schweiz in der klassischen Literatur und bewirkt bis heute ein starkes touristisches internationales Interesse für die Region am Urnersee. Und im Jahr 1860 kaufte die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft die Wiese schenkte sie der Schweizerischen Eidgenossenschaft «als unveräusserliches Nationaleigentum». Das Rütli zieht jedes Jahr rund 100‘000 Besucherinnen an: Schulklassen und Wanderer aus der Schweiz sowie Touristen und Politiker aus aller Welt. Vaclav Havel, der frühere Präsident Tschechiens, sprach am 29. Juni 2001 auf dem Rütli:

„Ich verneige mich vor diesem Platz vor dem Prinzip des Vertrages. Und ich verneige mich hier vor dem Willen der kleinen Nationen, den kleinen Einheiten, der kleinen Gemeinden, in Frieden leben zu wollen und dem Druck der Mächtigen und Starken zu trotzen.“

Machen Sie sich Ihr eigenes Bild vom Rütli.

Besuchergruppen, die auf Deutsch oder Englisch eine Führung durch den Rütli-Pächter wünschen, melden sich direkt bei ihm: info@ruetlihaus.ch

Besuchergruppen, die ein Referat über die Geschichte und das Konzept des Rütli wünschen oder offiziell durch die Rütli-Verwalterin SGG begrüsst werden möchten, nehmen Kontakt mit der SGG-Geschäftlsleitung auf: info@sgg-ssup.ch

Bundesfeier im Rahmen des «Gästival — 200 Jahre Gastfreundschaft Zentralschweiz».

Aktualisierung der Rütli-Webseite: www.ruetli.ch.

Ausstellung zum Thema Identität in der Schweiz

sommarugaBundespräsidentin Simonetta Sommaruga hielt am 1. August die Festrede an der Bundesfeier auf dem Rütli. In diesem Jahr stand die Bundesfeier unter dem Motto der Gastfreundschaft. Das Festprogramm gestaltete die SGG dieses Jahr zusammen mit dem Verein «Gästival – 200 Jahre Gastfreundschaft Zentralschweiz». Die Bundespräsidentin nahm einen Überraschungsgast mit aufs Rütli. Lesen Sie mehr darüber bei Bundesfeier 2015.

hochlandrindAm 6. Mai sind Schottische Hochlandrinder auf der Rütliwiese eingetroffen. Sie werden künftig auf der legendären Wiese weiden. Als die NZZ Ende Juli 2014 den Wechsel der Rinderrasse an der Wiege der Eidgenossenschaft bekannt gab und andere Medien die Geschichte heiss kochten, reagierten manche Online-Kommentatoren und Leserbriefschreiber empört. Eine Online-Umfrage von „20 Minuten“ ergab, dass 24% der Leserinnen und Leser einheimisches Vieh auf dem Rütli sehen wollen, für 51% ist es unwichtig, woher das Vieh stammt, 20% lässt die Frage kalt, und 5% der Befragten wäre es lieber, wenn gar kein Vieh auf dem Rütli wäre.

Besuchergruppen, die auf Deutsch oder Englisch eine Führung durch den Rütli-Pächter wünschen, melden sich direkt bei ihm: info@ruetlihaus.ch

Besuchergruppen, die ein Referat über die Geschichte und das Konzept des Rütli wünschen oder offiziell durch die Rütli-Verwalterin SGG begrüsst werden möchten, nehmen Kontakt mit der SGG-Geschäftlsleitung auf: info@sgg-ssup.ch

Am 1. April 2015 startete Mike McCardell seine erste Saison als Rütli-Pächter. Inzwischen ist die erste Saison zu Ende gegangen. Die SGG lässt den 36-jährigen Obwaldner Bilanz ziehen.

mccardellMike McCardell, seit Ihrer Wahl zum Rütli-Wirt Ende 2013 sind mehrere hundert Zeitungsartikel über Sie erschienen. Sie liefen auf Schweizer und ausländischen Kanälen über den TV-Bildschirm. Die Schweizer Illustrierte machte eine Home-Story auf dem Rütli. Am Anfang rümpften manche die Nase darüber, dass ein Schweiz-Amerikanischer Doppelbürger mit schottischem Namen an der Wiege der Eidgenossenschaft wirten und die Rütliwiese mähen wird. Hat sich diese Haltung gelegt?

 

Heute ist das kein Thema mehr, oft höre ich von den Gästen, dass Sie gerne wieder aufs Rütli kommen. Das  sind die schönsten Aussichten für die kommende Saison.

Ein Teil der Bevölkerung kritisierte auch, dass Sie Schottische Hochlandrinder aus der elterlichen Herde mit aufs Rütli gebracht haben. Was ist aus der anfänglichen Empörung geworden?

Die Empörung ist der Freude gewichen. Es sind wohl die am meisten fotografierten Hochlandrinder der Schweiz und sie geniessen die Aufmerksamkeit auch sichtlich.

Museen, Psychotherapeuten, Kirchen und Berge ziehen jeweils ein spezielles Publikum an. Welches Publikum zieht das Rütli an?

Wir ziehen alle Gesellschaftsschichten an. Das gibt einen schönen Mix. An einem Tisch sitzen CEO und Handlanger nebeneinander. Alle werden gleich freundlich behandelt.

Auf welche Gäste freuen Sie sich jeweils ganz besonders?

Ich freue mich über jeden Gast auf dem Rütli, mit dem ich die herrliche Atmosphäre teilen darf. Manchmal besuchen mich auch Menschen, die mich auf dem bisherigen Weg begleitet haben, beispielsweise mein 4.-Klass-Lehrer, der mich das erste Mal aufs Rütli geführt hat oder die Chefin aus meinem Küchenlehrbetrieb.

Was loben die Rütli-Gäste am meisten?

Die Freundlichkeit, die Frische der Produkte (hausgemachte Saucen, die  Kräuterbutter à la maison sowie das Hochlandrind-Fleisch aus eigener Produktion), die etwas anders präsentieren Speisen und dass wir unsere Produzenten persönlich kennen.

Was bemängeln und kritisieren die Gäste am meisten?

Dass es den warmen Schinken mit Kartoffelsalat nicht mehr gibt. Aber es haben jeweils alle etwas auf der Speisekarte gefunden, das ihnen ebenso „gluschtig“ erschien.

Welches waren die Highlights Ihrer ersten Rütli-Saison? Worüber haben Sie sich besonders gefreut? Worauf sind Sie vielleicht auch ein wenig stolz?

Jeder Tag war etwas Besonderes. Auf was ich besonders stolz bin, ist unser Rütli-Team. Die Tatsache, dass wir neben dem zum Bersten vollen Rütlihaus noch 3 Grossanlässe durchführen konnten, war Teamwork pur. Die 500 Feiernden am 75-Jahr-Gedenken des Rütlirapports und die 2‘800 Jubiläumsgäste des Hauseigentümerverbands wurden auf der Wiese bestens bewirtet und das Rütlihaus gleichzeitig mit aller Finesse weiter geführt. Dass alles so reibungslos geklappt habe, verdanke ich einem super Team. Persönlich ist mir das Treffen mit Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga am 1. August besonders in Erinnerung geblieben. Das eigentliche Highlight der ersten Rütli-Saison ist, dass praktisch alle Gäste mit einem zufriedenen Lächeln das Rütli verliessen.

Die Schweizer Hotellerie und Gastronomie haben in diesem Jahr viel über den hohen Franken geklagt. Kommt hinzu, dass das Rütli ein typischer Ausflugsort ist, wo die Gästezahlen je nach Wetter stark schwanken. Haben Sie Ihre erwarteten Budgetzahlen erreicht?

Ja, wir haben unser Budget erreicht. Sicherlich ist es nicht leichter geworden in der Gastronomie, aber mit Ideen und Herzblut kann man Gegensteuer geben. Gerade in solchen Zeiten muss man einfach Hand anlegen und darf sich nicht von der Angst lähmen lassen.

Noch ist der Zeitpunkt der Saison-Eröffnung 2016 nicht ganz klar. Bisher war es stets der Karfreitag. Doch die Schifffahrtsgesellschaft SGV wechselt neu erst Mitte April auf den Frühlings-Fahrplan um. Ein wenig erfreulicher Akt im 200. Jubiläumsjahr der Zentralschweizer Gastfreundschaft. Wie gehen Sie mit diesem eigenmächtig reduzierten Service public um?

Dies ist für uns keine erfreuliche Nachricht, und auch für unsere treuen Gäste nicht, die oft Jahr für Jahr an einem bestimmten Datum aufs Rütli kommen. Der Karfreitag ist so ein Tag. Wir werden nach einer Lösung suchen.

Was werden Sie in der nächsten Saison anders machen? Was wird neu auf dem Rütli?

Es wird eine angepasste Speise- und Getränkekarte geben. Den kleineren Schweizer Produzenten will ich eine wichtige Plattform auf dem Rütli bieten. Ich möchte auch spezielle kulinarische und kulturelle Abendveranstaltungen ins Leben rufen.

Mike McCardell, wir danken Ihnen für Ihr Wirken auf dem Rütli und wünschen Ihnen und Ihrem Team weiterhin viel Freude und Erfolg an der Wiege der Eidgenossenschaft.

Das Interview führte L. Niederberger, SGG