24. Mai 2022

Tagung zu engagierten 65plus: Freiwillige im «neuen Alter» wünschen Flexibilität

Sie werden von Reisebüros umworben und erleben gerade ihr «neues Alter». Gleichzeitig sind sie wertvolle Freiwillige mit klaren Bedürfnissen: die über 65-Jährigen. An der 8. SGG-Tagung über die Freiwilligenarbeit wurden fünf Studien vorgestellt, wie Menschen in ihrer dritten Lebensphase eingebunden werden können.

An der jährlich stattfindenden Freiwilligentagung der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) tauschten sich Fachpersonen aus Wissenschaft und Praxis über aktuelle Fragen zur Freiwilligenarbeit in der Schweiz aus. Nach den Herausforderungen der Covid-Pandemie wurde 2022 das Augenmerk auf die Freiwilligen 65plus gelegt.

Fünf Studien zum Engagement in der dritten Lebensphase

1. Forschungsprojekt «Neues Alter – Zukunftweisende Lebenswege in der Gegenwart» (UNIZH/ETHZ)
Autor:innen: Elisabeth Michel-Alder, Annina Villiger, François Höpflinger, Monika Bütler, Thomas Gächter, Margrit Hugentobler, Alfons Sonderegger
Das Projekt geht der Frage nach, wie lange, engagierte Lebenswege zustande kommen. Resultat ist eine Kartographie der vielfältigen Möglichkeiten, eine Website, die als Inspirationsquelle für Arbeitgebende und Erwerbstätige dient und Portraits von spannenden Lebenswegen.
Weitere Informationen unter www.neuesalter.ch

 

2. Studie «Engagement trotz Risiko(gruppe)? – Folgen der Corona-Pandemie für ältere Freiwillige und ihr Engagement» (HSLU)
Autor:innen: Stephan Kirchschlager, Meike Müller, Mario Störkle
Im Frühjahr 2020 gehörten auf einmal alle Menschen über 65 zur «Risikogruppe» und sie mussten ihr freiwilliges Engagement aufgeben. Die Studie über diese Folgen dieser Einordnung auf Freiwillige stellt fest, dass sich ältere Freiwillige nicht gänzlich von den Einschränkungen abhalten liessen von ihrem Engagement. Gleichzeit zeigen die Daten, dass vor allem ein Teil der höheren Altersklassen ihr Engagement vollständig beendet haben.
Download Präsentation (PDF)
Artikel im SGG-Blog
Weitere Informationen unter hslu.ch

 

3. Studie «Freiwilliges Engagement in der zweiten Lebenshälfte. Eine vertiefende Analyse des Freiwilligen-Monitor Schweiz 2020» (LSSFB)Autoren: Markus Lamprecht und Adrian Fischer
Die Zweitanalyse des Freiwilligenmonitors kommt zum Schluss, dass soziale und karitative Engagements im Alter mehr Bedeutung erhalten. Dabei ist vor allem das Engagement der frisch Pensionierten hoch und nimmt nach dem 70. Altersjahr wieder ab. Für die Freiwilligen in der zweiten Lebenshälfte sind, wie auch bei jüngeren Menschen, vor allem flexibel einteilbare und zeitlich begrenzte Engagements beliebt.
Download Präsentation (PDF)
Download Broschüre
Weitere Informationen zur Datengrundlage unter Freiwilligenmonitor

 

4. Studie «Freiwilligenmanagement in zivilgesellschaftlichen Organisationen. Anwerben, Begleiten und Anerkennen von freiwilligem Engagement im Alter» (ZHAW)
Autor:innen: Sigrid Haunberger, Konstantin Kehl, Carmen Steiner
Die Studie fokussiert auf das Freiwilligenmanagement und folgt der These, dass es sich lohnt, wenn es «adäquat», also persönlich und wertschätzend umgesetzt wird. Zudem gelinge es nur, wenn Freiwillige bereits vor der Pensionierung freiwillig engagiert seien und eine starke Kooperation mit Gemeinden und Politik voraus gehe.
Download Präsentation (PDF)
Weitere Informationen und Publikation auf www.seismoverlag.ch

 

5. Erste Ergebnisse einer Studie zu Miliz- und Freiwilligentätigkeit der 65+
Autoren: Curdin Derungs (FHGR), Dario Wellinger (FHGR), Andreas Müller
Die Studie stellt die Fragen, wie das Potenzial der älteren Bevölkerung besser genutzt werden kann und wie sie politisch und gesellschaftlich besser integriert werden können. Zudem wird die Rolle der Gemeinden in der Förderung des politischen und gesellschaftlichen Engagements von Senior:innen untersucht.
Die Studie läuft noch, weshalb die Präsentation nicht geteilt werden kann.
Weitere Informationen beim Zentrum für Verwaltungsmanagement der Fachhochschule Graubünden.

Workshops zum Austausch

Die Tagung lud in vielfältigen Workshops ein, die Studien zu vertiefen und über die Bedeutung für die Praxis auszutauschen. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie wichtig die  Zusammenarbeit zwischen der Wissenschaft und der Praxis ist und dass der Freiwilligen-Monitor ein nützliches Instrument dafür ist.

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