28. Januar 2022

Konsequenzen des Status «Risikogruppe» auf das Engagement älterer Freiwilliger

Im Frühjahr 2020 gehörten auf einmal alle Menschen über 65 zur «Risikogruppe» und sie mussten ihr freiwilliges Engagement aufgeben. Über die Folgen der Corona-Pandemie für ältere Freiwillige hat die Hochschule Luzern (HSLU) eine Studie gemacht und präsentiert im Schlussbericht die Ergebnisse. Die Studie können Sie kostenlos herunterladen.

Die neue Studie der HSLU fasst im Bericht «Engagement trotz Risiko(gruppe)? Folgen der Corona-Pandemie für ältere Freiwillige und ihr Engagement» zusammen, was sie über die Zeitspanne von zwei Coronawellen beobachtet haben. Der Bericht ist um weitere empirische Befunde ergänzt und endet mit einem zusammenfassenden Fazit, das die Situation im September 2021 mitberücksichtigt.

Laden Sie den Schlussbericht (PDF, 38 Seiten) herunter

Einordnung der Ergebnisse

Die Verfassenden der Studie stellen fest, dass «ältere Menschen zwar seit Beginn der Corona-Pandemie in der Ausübung ihres Engagements eingeschränkt waren, jedoch zumindest ein Teil weiterhin freiwillig tätig sein konnte. Freiwillig ausgeübte Tätigkeiten konnten z. B. durch die Verlagerung auf technisch vermittelte Kommunikation oder Interaktionen (Durchführungen von Besprechungen per Videokonferenz) oder aber unter Einhaltung der Schutzmassnahmen weitergeführt werden.». Die älteren Freiwilligen liessen sich also nicht von den Einschränkungen gänzlich abhalten.

Gleichzeitig zeigen die Daten jedoch, dass ein Teil der Befragten ihr Engagement vollständig beendet haben, dies vor allem bei den höheren Altersklassen in der ersten Welle. Dies deckt sich mit den Zahlen aus dem SGG-Freiwilligen-Monitor von 2019, welcher bereits die Corona-Pandemie als einen der Gründe für die Beendigung des freiwilligen Engagements beziffert. Die Verfassenden halten fest: «Altersbezogene Abbruchgründe könnten daher je nach Pandemieverlauf in Zukunft zunehmen. Allerdings schwächt sich dieser Effekt in unsere Studie in der zweiten Jahreshälfte 2020 wieder etwas ab.»

Das können Freiwilligenorganisationen tun

Am Ende der Studie finden Wohlfahrtsverbände, Freiwilligenorganisationen und Vereine, in denen sich ältere Menschen engagieren Tipps, wie sie auf die neuen Gegebenheiten reagieren könnten. Dabei müssen vor allem Ängste und Sorgen ernst genommen werden. Gleichzeitig müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit ältere Menschen sich weiter Engagieren können, was für die Organisationen zu einem erheblichen Mehraufwand führen wird. Der Ergebnisworkshop mit den betroffenen Organisationen hat auch gezeigt, dass der verstärkte Diskurs des Themas Alter(n) Chancen bietet. So im Bereich Digitalisierung wie auch, weil es den «Blick auf die Vielfalt des Alters genauso wie auf soziale, ökonomische und gesundheitliche Ungleichheiten lenken» kann.