Online-Freiwilligen-Tagung: Forderung nach Förderung

Im November findet jeweils die Freiwilligen-Tagung vom Schweizerischen Netzwerk freiwillig.engagiert statt. Dieses Gipfeltreffen von Praktiker*innen und Forscher*innen wurde in diesem Jahr vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) zum Thema «Zukunft der Freiwilligenarbeit» organisiert. Die Tagung erfolgte wegen der zweiten Corona-Welle online – inklusive Übergabe eines Manifests an die höchste Schweizerin.

Die jährliche Tagung des Netzwerks freiwillig.engagiert ist wie die SGG-Freiwilligentagung jeweils ein landesweites Klassentreffen des Freiwilligen-Kuchens, von Forschenden wie auch von Freiwilligen-Koordinator*innen in Hilfswerken und Institutionen. Umso bedauerlicher, dass das Treffen dieses Jahr online stattfinden musste. Den Ausgangspunkt für die Frage nach der Zukunft der Freiwilligenarbeit setzte Adrian Fischer, der im Auftrag von SGG, Migros Kulturprozent und Beisheim Stiftung den vierten Freiwilligen-Monitor Schweiz auf der Basis einer landesweiten Befragung erstellte. Was den Monitor inhaltlich betrifft, verweisen wir an dieser Stelle direkt auf die Publikation, die man gratis herunterladen kann: sgg-ssup.ch/de/freiwilligenmonitor.html.

Die Workshops bezüglich Zukunft der Freiwilligenarbeit konnten an den jüngsten Erfahrungen während des Corona-Lockdowns anknüpfen. Verschiedene Online-Plattformen und Apps ermöglichten auf nationaler, kantonaler, regionaler und kommunaler Ebene das Vernetzen von Personen, die Unterstützung brauchten, mit Freiwilligen, die ihre Dienste kostenlos anboten. Die SGG durfte in einem Workshop das Projekt «engagement-lokal» präsentieren, das auf dem Ansatz basiert, dass Gemeinden und Städte, Vereine und Kirchen sowie Unternehmen und Verbände gemeinsam und auf Augenhöhe die Freiwilligenarbeit vor Ort fördern.

Speziell an der diesjährigen Tagung war die Übergabe eines Manifests zur «Nationalen Förderung des freiwilligen Engagements». Carine Fleury Bique, Leiterin des Kompetenzzentrums Freiwilligenarbeit beim SRK, übergab das Dokument an Nationalratspräsidentin Isabelle Moret. Das Manifest wurde in den letzten Monaten von Mitgliedern des Netzwerks freiwillig.engagiert sowie weiteren NGOs erarbeitet. Das Manifest zur nationalen Förderung von Freiwilligenarbeit enthält vier Forderungen:

  • Schaffung einer Ansprechstelle beim Bund für zivilgesellschaftliches und freiwilliges Engagement
  • öffentliche Anerkennung von Freiwilligenarbeit durch die Aufwertung des Internationalen Tages der Freiwilligen am 5. Dezember und auf kommunalen Webseiten.
  • Abbau von administrativen und rechtlichen Hindernissen gegenüber Freiwilligenarbeit durch Aufhebung unnötiger Bewilligungs- und Meldepflichten.
  • Schaffung eines nationalen «Freiwilligen-Urlaubs» für Personen über 30 Jahre sowie eines «Freiwilligen Sozialen Jahres» für unter 30-Jährige.

Der vollständige Text kann heruntergeladen werden:

Deutsch: www.redcross.ch/freiwillige-manifest

Französisch: www.redcross.ch/benevole-manifeste

Italienisch: www.redcross.ch/manifesto-volontariato