Projektförderung: Gute Noten der Gesuchsteller

Bei 668 Gesuchstellern, die in den letzten 5 Jahren ein Gesuch bei einer Stiftung oder bei einer anderen gemeinnützigen Förderorganisation in der Schweiz stellten, wurde die Zufriedenheit mit dem Gesuchprozedere wissenschaftlich befragt und ausgewertet.

Die Zufriedenheit von Gesuchstellern bei Stiftungen und anderen gemeinnützigen Förderorganisationen in der Schweiz wurde vom «Center for Philanthropy Studies» (CEPS) der Universität Basel erstmals durch eine Befragung untersucht. Für den Schweizer Grantee Review Report 2020 wurden Antworten von 416 erfolgreichen und 252 erfolglosen Gesuchstellern ausgewertet. Der Report bietet eine breit abgestützte und unabhängig erhobene Beurteilung der Unterstützungsleistungen von sieben Schweizer Förderorganisationen aus Sicht der Gesuchsteller. Die SGG beteiligte sich an dieser Studie, weil ihr die Zufriedenheit ihrer Förderpartner (mit Förderzusagen) und Antragsteller (mit Absagen) wichtig ist. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Gesuchsteller die Zusammenarbeit mit den Förderorganisationen, inklusive Reportingpflichten, insgesamt als sehr positiv und transparent bewerten.

Private Förderer als Innovations-Turbo

Bezüglich Klarheit und Transparenz von Förderstrategie und Förderzielen erhalten die Stiftungen ebenfalls gute Noten. Am meisten werden Förderstiftungen für innovative Projekte angefragt, wo Gelder von staatlichen Institutionen oder privaten Mäzenen und Spendern nur schwer zu gewinnen sind. Damit bestätigt sich die Annahme, dass eine der zentralen Funktionen gemeinnütziger Förderstiftungen die Förderung von Experimenten, Innovationen und Pilotprojekten ist. Persönlicher Austausch erhöht laut Befragung die Chancen für Förderung massgeblich: 76% (bei der SGG 79%) der unterstützten Förderpartner hatten in der Antragsphase direkten Kontakt mit der Förderorganisation, während dies bei den erfolglosen Antragstellern nur bei 36% (bei der SGG 13%) der Fall war.

Vernünftiger Zeitaufwand

Für Projektgesuche, die erfolgreich sind, werden durchschnittlich 63 Stunden aufgewendet, für abgelehnte Gesuche knapp die Hälfte der Zeit. 62% der SGG-Förderpartner, die in den letzten 5 Jahren ein erfolgreiches Gesuch stellten, empfanden den Zeitaufwand für die Gesuchstellung bei der SGG als angemessen. Der Benchmark bei allen Förderorganisationen liegt bei 60%). Und bei den erfolglosen Antragstellern empfanden sogar 88% den Zeitaufwand für das Gesuch bei der SGG als angemessen. Hier lag der Benchmark bei 63%.