Projekt «engagement lokal»: Die 10 Orte sind gekürt

Aus 47 Bewerbern haben die 15 Trägerorganisationen im März 10 Orte der Schweiz gewählt, die während drei Jahren die lokale Freiwilligenarbeit in Kooperation von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft fördern.

Die SGG und 14 weitere Trägerorganisationen unterstützen drei Jahre lang 10 Orte der Schweiz, die vor Ort Freiwilligenarbeit nachhaltig entwickeln und fördern. Das Besondere am Projekt ist, dass staatliche, zivilgesellschaftliche und wirtschaftliche Akteure die Strategie zur lokalen Freiwilligenarbeit gemeinsam und auf Augenhöhe entwickeln.

Als am 31. Januar 2020 die Bewerbungsfrist für das 3-jährige Förderprojekt endete, hatten sich 47 Städte, Gemeinden und Regionen online beworben. Alle Orte konnten den Nachweis erbringen, dass sie innerhalb von drei Jahren die lokale Freiwilligenarbeit in Kooperation von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft nachhaltig fördern wollen und können.

Die 15 Trägerorganisationen haben die Bewerbungsdossiers mit Interesse und Respekt studiert und gemeinsam besprochen.

Es war eine Art Fügung, dass sich die 15 Organisationen innert drei Stunden auf 10 Orte der Schweiz einigen konnten, die gleichzeitig mehrere wichtige Kriterien erfüllen:

  • Vielfalt bezüglich der geplanten Strategien und Projekte
  • Vielfalt bezüglich der bisherigen Erfahrungen im Bereich Freiwilligenförderung
  • Vielfalt bezüglich der Grösse der Gemeinden, Städte und Regionen (5‘000 bis 50‘000 Einwohner)
  • Vielfalt bezüglich der Regionen

Der Oscar geht an…
Folgende 10 Gemeinden, Städte oder Regionen wurden in das 3-jährige Förderprojekt aufgenommen: Emmen LU, Eschlikon TG, Grenchenberg-Weissenstein-Balmberg SO, Kloten ZH, Mendrisio TI, Oberengadin GR, Pregassona (Lugano) TI, Rheinfelden AG, Sierre [&] Sion VS sowie Vernier GE.

Entsprechend schwer fiel die Absage an die Vertreter der 37 Orte, die sich mit hoher Motivation und viel Aufwand für das Projekt beworben haben. Selbstverständlich bleibt die SGG mit diesen 37 Orten auf dem Weg, lädt sie zu Tagungen ein, unterstützt deren Projekte und wird nach dem 3-jährigen Pilotprojekt den Faden mit ihnen sowie weiteren Orten aufnehmen, die vor Ort Freiwilligenarbeit in Kooperation von Staat, Zivilgesellschaft und Wirtschaft fördern wollen.

Diverse Projektideen
Worin genau unterscheiden sich die angestrebten Projekte in den 10 Orten? Die einzelnen Dossiers umfassen je 10-15 Seiten. Manche Orte werden lokale Koordinationsstellen für Freiwilligenarbeit errichten. Manche werden die lokalen Firmen als institutionelle Bürgerinnen stärker ins gesellschaftliche Engagement integrieren. Und manche wollen speziell Kindern und Jugendlichen in der Schule und im Studium den Sinn, den Nutzen und die Notwendigkeit von Freiwilligenarbeit vermitteln. In aller Kürze seien die 10 Projektideen hier skizziert:

  • Emmen (Kanton Luzern, 31’489 Einwohner): Ein Sektor-verbindender Think-tank soll in der multikulturellen Agglomerations-Gemeinde über das 3-jährige Projekt hinaus die Freiwilligenarbeit mit Hilfe von Gemeinde, lokalen Firmen und Vereinen fördern.
  • Eschlikon (Kanton Thurgau, 4’700 Einwohner): Nachdem die Gemeinde mit dem Projekt crossiety.ch einen virtuellen Dorfplatz geschaffen hat, will sie sie nun einen lebendigen physischen Dorfplatzes schaffen.
  • Grenchenberg-Weissenstein-Balmberg (Kanton Solothurn, 64’000 Einwohner): Der Verein Naturkultur hat bereits vor einigen Jahren damit begonnen, dass der Naherholungsort nicht nur zum Konsumieren gedacht ist, sondern dass die gemeinsame Pflege der Kulturgüter und Wanderwege den Zusammenhalt der Gesellschaft fördert. Eine Koordinationsstelle soll die Freiwilligenarbeit fördern. Und die Schulen sollen in das Projekt integriert werden.
  • Kloten (Kanton Zürich, 20’625): Die internationale Flughafengemeinde, die mehr Arbeitsplätze als Einwohner zählt, fördert Freiwilligenarbeit seit einigen Jahren sehr gezielt. In Zukunft sollen die zahlreichen Firmen durch Freiwilligeneinsätze ihre Corporate Citizenship stärker wahrnehmen.
  • Mendrisio (Kanton Tessin, 15’562 Einwohner): Durch die Förderung der Freiwilligenarbeit will die Gemeinde, die mit mehreren Gemeinden fusionierte, in den einzelnen Teilgemeinden Projekte anstossen, die die verschiedenen Generationen einander näherbringen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Tessiner Fachhochschule SUPSI.
  • Oberengadin (Kanton Graubünden, 18’000 Einwohner): Pro Senectute Graubünden will zusammen mit einer Vermittlungsstelle dafür sorgen, dass im Oberengadin künftig nicht mehr nur Tourismus, Sport und Events gefördert werden, sondern auch das Engagement für Soziales, Kultur, Bildung und Gesundheit.
  • Pregassona (Stadtteil von Lugano, 9’518 Einwohner): Die öffentlichen Plätze sollen Orte der Begegnung werden. Und eine Koordinationsstelle für Freiwilligengruppen soll das Engagement und den Zusammenhalt der multikulturellen Bevölkerung fördern.
  • Rheinfelden (Kanton Aargau, 13’500 Einwohner): Der Grenzort fördert Freiwilligenarbeit bereits seit Jahren. Die lokalen Unternehmen sollen künftig noch stärker in ihre gesellschaftliche Verantwortung eingebunden werden, es ist sogar die Vergabe eines Labels für engagierte Firmen geplant.
  • Sierre und Sion (Kanton Wallis, 51’000 Einwohner): Im sogenannten «Lab 2030» sollen Studierende der Fachhochschulen für Freiwilligenarbeit sensibilisiert werden.
  • Vernier (Kanton Genf, 35’000 Einwohner): Der Vorort von Genf will die informelle Freiwilligenarbeit ausserhalb von Vereinen und Organisationen fördern. Die Gemeinde hat mit rund 600 Firmen vor Ort Kontakt und will diese dazu bewegen, in Tandem-Projekten Mentoring für Arbeitslose anzubieten.

Erster Workshop steht vor der Tür
Es ist geplant, dass sich am 30. April die zehn Orte für einen ersten gemeinsamen Workshop in Bern treffen werden. Vermutlich muss dieser Termin wegen des Corona-Virus verschoben werden. Entschieden darüber wird am 25. März. An diesem ersten Workshop werden die staatlichen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Repräsentant*innen der 10 Orte ihre geplanten Projekte vorstellen und darüber austauschen, wie sie in den kommenden drei Jahren die Freiwilligenarbeit vor Ort fördern wollen. Eva Namela von der in Hamburger domizilierten Körber-Stiftung und Geschäftsführerin des Projekts „Engagierte Stadt“ wird von den inzwischen fünfjährigen Erfahrungen mit dem analogen in Deutschland berichten. Monika Götzö, Professorin und Leiterin des Instituts für Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe an der ZHAW Soziale Arbeit, wird mit ihrem Team das 3-jährige Förderprojekt wissenschaftlich begleiten, die Workshops gestalten sowie die 10 Gemeinden, Städte und Regionen vor Ort beratend unterstützen.

Langfristige Ziele vor Augen
Die 37 Gemeinden, die sich für das Förderprojekt beworben haben, sowie weitere Gemeinden in der Schweiz, die Freiwilligenarbeit aktiv fördern wollen, können künftig von den Erfahrungen des Projekts „engagement-lokal“ profitieren. Berits am 6. Mai 2021 wird die SGG in Bern eine Tagung veranstalten, wo alle interessierten Orte mehr erfahren können über die partnerschaftliche Kooperation von staatlichen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zu Gunsten des freiwilligen Engagements vor Ort. Und nach dem 3-jährigen Förderprojekt soll ein landesweites Netzwerk entstehen mit Gemeinden, Städten und Regionen, wo alle gesellschaftlichen Sektoren gemeinsam das freiwillige Engagement und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern wollen.

Informationen zum Projekt:

Deutsch:[nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp] www.engagement-lokal.ch

Français: [nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp] www.engagement.local.ch

Italiano:[nbsp] [nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp] www.engagement-locale.ch

English:[nbsp][nbsp] [nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp][nbsp] www.sgg-ssup.ch/en/local-involvement.html