„PoliWork”: Neue Studie zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und politischen Milizämtern

Mit Unterstützung der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft und 18 weiteren Unternehmen, Stiftungen und öffentlichen Organisationen hat die Fachhochschule Graubünden eine Studie zur Vereinbarkeit von Beruf und politischen Milizämtern herausgebracht.

Viele der rund 2’200 Gemeinden in der Schweiz haben grosse Mühe, ihre Gemeindebehörden mit geeigneten Kandidierenden zu besetzen. Die Rolle der Unternehmen als Arbeitgebende und ihr Einfluss auf das politische Engagement der Mitarbeitenden in Milizämtern wurde bisher kaum wissenschaftlich analysiert. Das Forschungsprojekt “Poli-Work” der FH Graubünden hat die Vereinbarkeit von Beruf und Miliz-Engagement untersucht und eine empirisch-evidenzbasierte Auswahl an Fördermassnahmen entwickelt.

Vereinbarkeit weiterhin herausfordernd
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es weiterhin eine grosse Herausforderung für Arbeitnehmende darstellt, sich politisch zu engagieren und dies mit dem Beruf zu vereinbaren. Besonders Gemeindeexekutiv- und Kantonslegislativmitglieder bringen dies deutlich zum Ausdruck. Erfreulich sind die Ergebnisse der generellen Zufriedenheit der Miliztätigen mit den Rahmenbedingungen in ihrem Unternehmen und der Unterstützung ihrer Arbeitgeber bezüglich ihres politischen Amts. Trotzdem fordern die Miliztätigen ein stärkeres Engagement der Wirtschaft und der Arbeitgeber in der Förderung des politischen Milizsystems. Gleichzeitig sehen 70% der Unternehmen keinen Bedarf, das politische Milizsystem spezifisch zu fördern. Nur knapp 9% nehmen diesbezüglich eine aktive Rolle und 21% eine passiv unterstützende Rolle ein.

Konzentration von Miliztätigen in relativ wenigen Unternehmen
Entsprechend sind politische Miliztätige sehr ungleich über alle Unternehmen verteilt und konzentrieren sich auf einige wenige. Der grösste Teil der befragten Unternehmen (46%) hat keine Mitarbeitenden, die ein politisches Milizamt ausüben, während 7% der Unternehmen drei und mehr Miliztätige fördern.  

Massnahmen und Online-Tool “Poliwork”
Massnahmen, die sowohl bei den Miliztätigen als auch bei den Unternehmen grosse Akzeptanz geniessen, sind die Förderung einer flexiblen Zeitgestaltung, der Zugang und die Nutzung der Infrastruktur des Arbeitgebers für die Miliztätigkeit sowie die Verbesserung der Wertschätzung der Miliztätigkeit durch die Unternehmensleitung. Weitere Massnahmen und Praxisbeispiele sind auf der Online-Plattform verfügbar, die zusätzlich zur Studie entwickelt wurde. Die Plattform stellt mit dem “PoliWork-Check für Unternehmen” einen Test zur Verfügung, der auf Basis von 24 Fragen ermittelt, wie umfassend ein Unternehmen das politische Engagement der Mitarbeitenden fördert und wie es im Vergleich zu anderen Unternehmen eingestuft wird. Die “PoliWork-Toolbox” gibt zudem mit über 50 konkreten Praxisbeispielen Hinweise zu erfolgversprechenden Massnahmen. Sowohl Unternehmen, ihre Miliztätigen und die breite Öffentlichkeit sollen von dieser Plattform profitieren und inspiriert werden für neue Ideen und deren Umsetzung.

Weitere Informationen:

Studie (DE)
https://poliwork.fhgr.ch/wp-content/uploads/sites/5/2021/11/FHGR_PoliWork_Studie-Web-final-DE.pdf

Online-Tool
poliwork.fhgr.ch

Kurzfassungen
auf Deutsch:
https://poliwork.fhgr.ch/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/FHGR_PoliWork_Kurzfassung-final-DE-1.pdf

auf Französisch:
https://poliwork.fhgr.ch/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/FHGR_PoliWork_Version-abregee-final-FR-1.pdf

auf Italienisch:
https://poliwork.fhgr.ch/wp-content/uploads/sites/5/2021/11/FHGR_PoliWork_Versione-breve_final-IT.pdf

Weitere Auskünfte:

Curdin Derungs, Prof. Dr. oec., Projektleiter
+41 (0)81 286 24 90 / curdin.derungs@fhgr.ch

Andreas Müller, Mitautor
+41 (0)79 239 46 87 / andreas.mueller@politconsulting.ch