Die multikulinarische Schweiz

Migration und Asylpolitik bilden nicht erst seit dem jüngsten Flüchtlingsstrom ein zentrales Thema in der Schweiz und in Westeuropa. Das Thema konfrontiert einerseits mit den tieferen Gründen der Migration: Kriege, Terror, Armut, Korruption und Menschenhandel in den Herkunftsländern. Und andererseits konfrontiert uns das Thema hierzulande mit Verlustängsten und der Akzeptanz einer multikulturellen Gesellschaft. Kulturelle und religiöse und Vielfalt wird in den Medien und in der Öffentlichkeit vorwiegend als Problem empfunden und dargestellt.

Migration und Asylpolitik bilden nicht erst seit dem jüngsten Flüchtlingsstrom ein zentrales Thema in der Schweiz und in Westeuropa. Das Thema konfrontiert einerseits mit den tieferen Gründen der Migration: Kriege, Terror, Armut, Korruption und Menschenhandel in den Herkunftsländern. Und andererseits konfrontiert uns das Thema hierzulande mit Verlustängsten und der Akzeptanz einer multikulturellen Gesellschaft. Kulturelle und religiöse und Vielfalt wird in den Medien und in der Öffentlichkeit vorwiegend als Problem empfunden und dargestellt. In der Wirtschaft wird kulturelle Vielfalt längst als Reichtum entdeckt und durch Diversity Management bewusst gefördert. Im gesellschaftlichen Alltag wird die kulturelle Vielfalt bisher vor allem an einem Ort als Bereicherung empfunden: am Kochherd. Die Autorin Séverine Vitali und die Fotografin Ursula Markus haben mit 16 Porträts von Flüchtlingen aus aller Welt ein aussergewöhnliches Kochbuch kreiert.

Im Kanton Zürich lebende Flüchtlinge erzählen ihre Lebensgeschichte und teilen ihre Rezepte: Poulet-Schenkel an Joghurt-Sauce aus Sri Lanka, Peperoni-Salat aus Honduras, Quinoa-Suppe aus Peru, Linsengerichte aus Eritrea, Reis mit Fisch aus Senegal, Paprika-Huhn aus Guinea, Rindfleischsuppe aus der Mongolei, gedämpfte Teigtaschen aus Tibet, Gefülltes Gemüse aus Irak, Reis mit Nüssen aus Jemen, Kokoskuchen aus Syrien, Kichererbsen-Mousse und Couscous-Salat aus Libanon, Rindfleisch mit Bohnen aus Iran sowie Kardamon-Pudding und Fladenbrot aus Afghanistan.

Angestossen wurde das Kochbuch-Projekt vom Solinetz Zürich. Der Verein setzt sich für die Würde und Rechte von Flüchtlingen, Sans-Papiers und Asylsuchenden ein. Das Solinetz organisiert Deutschkurse, Mittagstische, Unterstützung bei Amtsgängen sowie Besuche von Gefangenen in der Ausschaffungshaft. Ziel ist es, die Bevölkerung für die Situation von Flüchtlingen zu sensibilisieren. Dieses Kochbuch ist zweifellos ein ideales Hilfsmittel.

Die SGG hat dieses einzigartige Kochbuch zusammen mit der Göhner Stiftung ermöglicht.

Séverine Vitali, Ursula Markus
Heimat im Kochtopf
Rezepte von Flüchtlingen aus aller Welt
Rotpunktverlag, Zürich 2015, 271 Seiten,[nbsp]ISBN 978-3-85869-671-7