Corona Folgen: Was lernen wir von COVID-19?

Die Corona-Pandemie wird von den meisten als ein epochales Ereignis erlebt, nicht vergleichbar mit bisher gemachten Erfahrungen. Obwohl viel über Corona gesprochen und geschrieben wird, gibt es wenig sinnvolle und abschliessende Antworten auf die vielen ungelösten Fragen. SGG-Geschäftsleiter Lukas Niederberger hat 50 Fragen formuliert, die früher oder später Antworten verdienen.

Die Corona-Pandemie, dieser surrealistische Mix aus medizinischer Gefahr, politisch verordneten Freiheitsbeschränkungen und wirtschaftlicher Krise, wird von all jenen als epochal erlebt, die zu ihren Lebzeiten nie Krieg oder Hunger am eigenen Leib erlebten. Im Leben der meisten Zeitgenoss*innen fehlen Referenzpunkte, die eine derart weitreichende globale Wirkung entfalteten. Seit Anfang 2020 ist unser Leben geprägt von weitläufigem Nicht-Wissen und vorläufiger Orientierung. Weder ein Ende der Krise noch eine Rückkehr zu einer vor-coronalen Normalität sind absehbar.

In der Corona-Zeit geschah und geschieht auf der kollektiven Ebene, was Verena Kast und Elisabeth Kübler-Ross auf der individuellen Ebene als Phasen des Sterbens und Trauerns aufzeigten: Zunächst wollten wir das Virus nicht wahrhaben und verdrängten die Gefahr. Dann kamen Schuldzuweisungen an China auf. Und als sich mit den Bildern aus norditalienischen Spitälern Ängste in der Bevölkerung breitmachten, schlossen wir die Grenzen und rangen um eine vernünftige Mitte zwischen Staatszwang und Selbstverantwortung. Und nun versuchen wir einen neuen Bezug zu uns und zur Welt zu schaffen und mit der Situation halbwegs konstruktiv zu leben.

Weil es noch zu früh ist und vielleicht überhaupt nie möglich sein wird, sinnvolle und abschliessende Antworten auf die vielen Fragen rund um COVID-19 zu geben, werden hier zumindest 50 Fragen aufgelistet, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, aber früher oder später eine Antwort verdienen.

Persönliche Ebene:

  1. Was habe ich während der fast drei Monate Lockdown am meisten vermisst?
    • Besuch von Familie, Verwandten, Angehörigen
    • Treffen mit Freunden
    • Treffen mit Liebhaber*in
    • Zusammensein mit Arbeitskolleg*innen
    • Ungezwungene Begrüssungs-Rituale
    • Frische Blumen auf dem Tisch
    • Shopping
    • Reisen ins Ausland
    • Essen mit Freunden im Restaurant
    • Ausgehen, Partys, Clubs
    • Sportsendungen am TV
    • Sportveranstaltungen im Stadion
    • Schule, Studium im gewohnten Rahmen
    • Besuch beim Friseur
    • Konzerte
    • Theater
    • Geplante Hochzeiten
    • Würdige Beerdigungen von Angehörigen
    • Anderes: ……………………………………………………………
  1. Was hat mich während der fast drei Monate Lockdown am meisten gestört oder geärgert?
    • Video-Sitzungen
    • Begrenzung von Versammlungsfreiheit
    • Begrenzung der Bewegungsfreiheit
    • Begrenzung der Gewerbefreiheit
    • Fokussierung der Medienberichte auf das eine und einzige Mega-Thema
    • Bevormundung der Personen über 65 Jahren
    • Ausbau der weltweiten Macht von Mega-Online-Händlern
    • Schliessen der Schulen
    • Schliessen von Restaurants und Clubs
    • Anderes: ………………………………………………………..
  1. Was habe ich während der fast drei Monate Lockdown am meisten geschätzt?
    •  Alleinsein
    • Zeit zum Schreiben
    • Zeit zum Nachdenken
    • Zeit mit Familie
    • Nachtruhe in den Städten an Weekends
    • Ausbleiben der Massentouristen
    • Abnahme des Autoverkehrs
    • Himmel ohne Flugzeuge
    • Fern-Unterricht per Video
    • Home-Office
    • Kürzere Video-Sitzungen
    • Solidarität in der Nachbarschaft (Einkaufen usw.)
    • Dankbarkeit und Wertschätzung gegenüber Menschen in systemrelevanten Berufen (Gesundheit, öffentlicher Verkehr, Reinigung, Verkauf usw.)
    • Anderes: ………………………………………………
  1. Wie wird sich mein Lebensstil durch Corona langfristig ändern?
    • Weniger oder gar nicht mehr fliegen
    • Bewusster Produkte aus der Region konsumieren
    • Mich für höhere Löhne einsetzen für systemrelevanten Berufe
    • Mehr Home-Office machen
    • Geschäftsreisen durch Video-Sitzungen ersetzen
    • Anderes: …………………………………………………
  2. Wie stark mache ich mein Wohlbefinden von der Höhe von Ansteckungen in der Region oder von der Aussicht auf eine baldige Corona-Impfung abhängig?
  3. Was habe ich durch die Corona-Krise für mein Denken und Handeln gelernt?

Politik:

  1. Die Politik hat die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner wichtiger genommen als das Geld, weil sich in einer zivilisierten Gesellschaft und gemäss unserer Verfassung die Stärke des Volkes am Wohl der Schwächsten und Verwundbarsten misst. Wie viele Menschenleben sind durch den Lockdown aber tatsächlich gerettet worden?
  2. Wie viele Existenzen sind durch den Lockdown zerstört worden?
  3. Wäre es möglich, dass durch den Lockdown mehr Menschenleben gefährdet als gerettet wurden?
  4. Müssen neben den geretteten Corona-Kranken, die nun mit teils schweren Lungenschäden noch eine Zeitlang leben, nicht auch die Anzahl neuer Sozialfälle, Depressiven, Suizide, Trennungen, häusliche Gewalt, zerrissene Familien, Arbeitslose und Firmenkonkurse gezählt werden?
  5. Waren die Massnahmen des Bundesrats, Schulen, Restaurants und Läden 6 Wochen lang zu schliessen und Zusammenkünfte von mehr als 5 Personen zu verbieten, gerechtfertigt, um das Leben von Menschen zu retten, die tendenziell alt und gesundheitlich vorbelastet sind?
  6. Die Bundesregierung forderte die Bevölkerung monatelang zu «social distancing» auf. Sozial ist jedoch eine ethische und nicht eine räumliche Kategorie. Soziale Distanz war genau das, was wir in der Krise nicht brauchten. Der Begriff «physical distancing» wäre passend gewesen. Wie konnte sich der Begriff «social distancing» als ideale Haltung gegen COVOD-19 im BAG und in der Regierung durchsetzen?
  7. War es legitim, mit einem gesundheitspolitischen Eingriff der Politik eine Wirtschaftskrise auszulösen?
  8. Waren Regierung und Parlament genügend legitimiert, als sie die Milliarden, die sie von den Steuerzahlenden erhielten, ohne Entscheid des Souveräns verteilten?
  9. Wäre zur Rettung der Wirtschaft eine einmalige Vermögensabgabe der Reichen oder die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer legitim?
  10. Wenn die Exekutive Grund- und Menschenrechte zum Schutz des Gemeinwohls einschränkt, ist es umso wichtiger, dass Legislative und Judikative sowie Zivilgesellschaft und Medien wachsam sind, damit die Politik weiss, dass und wann sie die Beschränkungen aufheben muss. Wie ist in diesem Kontext der Entscheid des Schweizer Parlaments zu beurteilen, das im März 2020 seine Session abbrach und sich erst im Juni wieder zu einer Sitzung traf, während es Schulen und Unternehmen schafften, innert Tagen auf Online-Sitzungen umzustellen?
  11. Aus welchem Grund – wenn nicht aus purem Nationalismus – wurden Nachbarländer primär als Gefahrenquellen dargestellt, nationale Grenzen geschlossen und ein Stopp für den Export medizinischer Güter verhängt, während man zahllose Staatsbürger aus aller Welt mit Sonderflügen repatriierte?
  12. Vor der Corona-Krise empörten wir uns vehement über das permanente Überwachen von Bürgerinnen und Bürgern in China. Während des Lockdowns befürworteten aber auch hierzulande die viele Bürgerinnen und Bürger den Verzicht auf Grundrechte wie Versammlungsfreiheit, Gewerbefreiheit und Bewegungsfreiheit. Die meisten Medien schrieben auch wochenlang kein kritisches Wort gegen die staatlichen Einschränkungen. Über die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner lässt sich heute freiwillig von der Corona-App überwachen. Und Epidemiologen fordern sogar eine App-Installationspflicht für Partygänger. Hat unser Bewusstsein für Menschenrechte und Freiheitsrechte durch Corona einen langfristigen Schaden erlitten?
  13. Wie kommt es, dass in einer globalisierten Welt mit einem global wandernden Feind fast alle Nationalstaaten autark eigene Corona-Regeln aufstellen und monatelang ihre Grenzen schlossen und man in der Schweiz im März nicht beschloss, beispielsweise bestimmte Regionen zu evakuieren, wo es besonders viele Covid-Infektionen gab?
  14. Waren die Grenzschliessungen letztlich Wasser auf die Mühlen jener, die immer schon forderten, dass man die Grenzen dicht machen soll gegenüber Fremden?
  15. Trotz jahrzehntelangen Warnungen vor Klimaerwärmung und Schäden für die ganze Menschheit war bisher kein einziges Flugzeug weniger am Himmel zu sehen. Aber wegen der Bedrohung des individuellen Überlebens wurde plötzlich ein globales Grounding möglich. Was bedeutet diese Erfahrung für die Energiestrategie der Schweiz und weltweit?
  16. War der Aufruf, ältere Menschen sollten in ihren vier Wänden bleiben und in Altersheimen keinen Besuch empfangen, nicht eine gefährliche Diskriminierung?
  17. Ein Kanton wollte während des Lockdowns sogar eine Ausgangssperre für Senioren einführen. Wie ist diese Massnahme zu beurteilen, die in der Regel nur von Militärdiktaturen angewandt wird, um gegen Oppositionelle vorzugehen? Welche politischen Folgen hat der damalige Plan für die Erzeuger dieser Idee?
  18. Der Lockdown war eine Priorisierung der Überlebenschancen der Alten gegenüber den Zukunftschancen der Jungen. Wie hat Corona die Solidarität zwischen den Generationen kurz- und längerfristig verändert?
  19. Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die Genderrollen, zumal der Grossteil der Beschäftigten in systemrelevanten Berufen (Pflegerinnen, Ärztinnen, Kassiererinnen, Erzieherinnen, Sozialarbeiterinnen und Lehrerinnen) Frauen sind? Welche dieser Berufe werden in Zukunft neben dem Applaus auch mehr Geld und Prestige erhalten?
  20. In der Corona-Zeit wurde mehr als sonst deutlich, dass 90% der unbezahlten Care-Arbeit von Frauen geleistet wird. Ist die Frage, welche Arbeit bezahlt wird und welche nicht, letztlich eine politische oder eine ökonomische?
  21. In welchem Mass hat Corona den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefördert oder geschwächt?
  22. Mit welchem Argument erhielten Hoteliers und Wirte vom Staat Not-Kredite und konnten Kurzarbeit anmelden, nicht aber selbständige Kunstschaffende?
  23. Wie hat Corona die schon bestehenden Einkommens- und Vermögensunterschiede in der Bevölkerung verändert? Wer sind die finanziellen Gewinner, wer die Verlierer?
  24. Wer sollte künftig dafür sorgen und kontrollieren, dass Bund und Kantone genügend Vorräte anlegen an wichtigen Gegenständen wie Beatmungsgeräten, Schutzmasken oder Alkohol?
  25. Corona hat deutlicher denn je gezeigt, dass grosse gesellschaftliche Herausforderungen nur in der engen Kooperation von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gelöst werden können. Was bedeutet dies für die künftige Art des Regierens in Krisenzeiten? Wie sollte in künftigen Krisensituationen eine ideale Regierung aussehen, die das Parlament, die Kantone, die Wirtschaft, die Wissenschaft und die Zivilgesellschaft mehr in ihre Entscheide einbezieht?
  26. Corona zeigt, dass das, was in einem Land oder in einer Region geschieht, rasch globale Auswirkungen haben kann. Wie kommt es, dass selbst digitale Tracing-Apps national aufgebaut sind und nicht dem Bedarf einer mobilen und globalen Gesellschaft entsprechen?
  27. Die Regierungen der EU-Mitgliedsländer schauten zunächst auf die Lage des eigenen Landes. Die europäischen Bürger*innen wurden in Zeiten zurückkatapultiert, die man längst überwunden geglaubt hatte. Was lernt die EU aus der Corona-Krise?
  28. Werden die EU-Hilfsprogramme für die Wirtschaft zu einer neuen Gemeinsamkeit führen oder eher ein Anlass für Streit um die Verteilung sein?
  29. Politiker in vielen Ländern missbrauchten und missbrauchen das Covid-19-Virus als willkommenes Alibi, um selbst in vermeintlich liberalen Demokratien Grund-, Bürger- und Menschenrechten des Volkes und der Zivilgesellschaft zu beschneiden und ihre eigene Macht zu festigen.
  30. Die Asylverfahren wurden in der Corona-Zeit weitergeführt, obwohl es für Asylsuchende, Anwälte und Hilfswerke nicht möglich war, Rekurse mit den ohnehin sehr kurzen Fristen einzulegen. Welche Folgen haben die Corona-Erfahrungen für Asylverfahren?
  31. Papierlose haben im Lockdown ihre Arbeitsaufträge verloren. Je nach Region erhielten sie eine staatliche Sonderhilfe oder auch nicht. Wie geht der Staat künftig mit den Verletzlichsten unserer Gesellschaft in einer besonderen Notlage um, damit er der Verfassung treu bleibt?

Wirtschaft und Arbeitswelt

  1. Während es in vielen Unternehmen jahrelang hiess, Home-Office sei aus Sicherheitsgründen nicht möglich, zweifelt heute niemand mehr an der Möglichkeit der Mitarbeit vom Wohnzimmer aus. Home-Office führte teilweise sogar zu einer höheren der Erreichbarkeit der Mitarbeitenden. Welche Auswirkungen hat die zunehmende Tätigkeit im Home-Office auf das private Wohnen, auf die Reduktion von fixen Arbeitsplätzen, auf die private und öffentliche Mobilität, auf Immobilien in den Städten, auf Führungsqualitäten usw.?
  2. Videokonferenzen haben sich als effizient und effektiv erwiesen. Welche Auswirkungen haben sie langfristig auf die Wichtigkeit der Team-Bildung, auf die Sitzungskultur und auf Geschäftsreisen?
  3. Corona hat gezeigt, dass das globale Auslagern von Produktionsstätten in Billiglohnländer nicht nur ökologisch, sondern auch im Fall von Pandemien fragwürdig ist. Produktion im Inland oder nahen Ausland en boomen, Netzwerke werden lokalisiert, das Handwerk erlebt eine Renaissance. Welche Massnahmen werden in der Schweiz ergriffen?

Schule und Bildung

  1. Online-Teaching hat sich von der Primarschule bis zur Universität bewährt. Die Bedeutung der Eltern im Lernprozess ist gewachsen. Das selbständige Lernen und das Arbeiten in Teams wurden gefördert. Gleichzeitig hat der Fernunterricht die Kluft zwischen Kindern aus bildungsnahen und bildungsfernen Familien deutlicher gemacht und vergrössert. Die Kantone handhabten die Abschlüsse von Berufslehren und Gymnasien unterschiedlich. Viele Studierende verloren mindestens ein Studiensemester. Welche Folgen haben die Erfahrungen des Lockdowns für die Bildung auf den verschiedenen Stufen?

Zivilgesellschaft:

  1. Die Kirchen, Vereine, NGOs und Hilfswerke waren vom Lockdown stark betroffen, wurden aber erst sehr spät in die Beratungen der Regierung integriert. Es gibt auch keine permanente Stelle beim Bund, die den Kontakt mit der Zivilgesellschaft wahrnimmt. Was haben wir durch die Corona-Krise für das Verhältnis zwischen Staat und Zivilgesellschaft gelernt?
  2. Die Kirchen und religiösen Gemeinschaften wurden durch das Versammlungsverbot während des Lockdowns im Mark getroffen. Durch gestreamte Feiern erreichten die Religionen teilweise neue Zielgruppen. Andererseits bestand die Gefahr, dass die Gemeinschaftsrituale zu einem Konsumgut wurden.

Medien

  1. Manche Medien funktionierten von Februar bis Juni 2020 primär als Echokammern der Regierung. Sie behandelten die ethische Frage, wen man bei zu wenig Intensiv-Pflegeplätzen und zu wenig Beatmungsgeräten eher leben bzw. sterben lassen soll statt die politische Frage zu stellen, warum man in den letzten 20 Jahren im Kontext von Public Private Partnerships die Hälfte der Spitalbetten abbaute. Manche Medien haben im Vorfeld des Lockdowns zudem ein Bedrohungsnarrativ erzeugt, das fragwürdige Sicherheitsmassnahmen rechtfertigte. Kritiker der politischen Corona-Massnahmen wurden und werden von manchen Medien umgehend mit dem Totschlagargument Apokalyptiker versehen. Und manche Medien hinterfragten – im Gegensatz zu Medien in Deutschland – auch den Rückzug des Parlaments und die Einschränkung fundamentaler Freiheitsrechte kaum. Wer wird wann und wie die Rolle der Medien während der Corona-Krise aufarbeiten?

Medizin:

  1. Was sagt die tägliche Anzahl Corona-Infizierter in absoluten Zahlen aus, wenn nicht aufgezeigt wird, wie viele Personen getestet wurden und wie die Zahlen im Vergleich zu anderen Regionen ausschauen?
  2. Was sagt die Zahl der an COVID-19 Verstorbenen aus? Grossbritannien zählte lange nur die Verstorbenen in Spitälern, nicht aber jene in Heimen. Zudem starb die Mehrheit der Personen nicht AM Covid-19-Virus, sondern MIT dem Virus.
  3. Wie sinnvoll ist es, wenn Wissenschaftler im Tages-Rhythmus Medieninterviews geben und der Regierung Ratschläge erteilen, aber alle paar Wochen ihre Ansichten ändern müssen?
  4. Wie sinnvoll ist es, dass flächendeckend Tausende von Personen in Quarantäne und Isolation gesteckt werden, statt sich auf Super-Spreader und Cluster zu konzentrieren?
  5. Bei schweren Grippefällen werden fragile betagte Personen in der Regel nicht ins Spital verlegt, geschweige denn auf der Intensivstation künstlich beatmet. Bei Corona wurden jedoch selbst 100-Jährige mit Vorerkrankungen und Patientenverfügung an Beatmungsgeräte gehängt, obwohl man wusste, dass 80% von ihnen die Beatmung nicht überleben würden. Das war kein medizinischer, sondern ein politischer Entscheid? Wie konnte es zu diesem Entscheid kommen? Und wie kann man solche Situationen künftig vermeiden?
  6. Sobald es einen Impfstoff gegen Corona geben wird, müssten sich 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung impfen lassen und immun sein, damit eine Herdenimmunität gegen das Virus entsteht. Wie weit sollen bestimmte Gruppen zum Impfen gezwungen oder aufgefordert werden, auch wenn eine Impfpflicht das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit verletzt?

Sicher gibt es noch ganz viele weitere Fragen, die früher oder später beantwortet werden sollten, um für künftige Krisen besser gewappnet zu sein. Es wäre der Menschheit und der Natur zu gönnen, wenn wir aus der Corona-Krise wichtige Lektionen lernen würden für eine nachhaltige Entwicklung und für ein solidarisches Zusammenleben.

Lukas Niederberger