Jugend und Freiwilligenarbeit: Millennials stark interessiert

Neue Freiwilligen-Studie
Die Fachhochschule St. Gallen hat unter der Leitung von Daniel Jordan 2618 sogenannte «Digital Natives» nach ihren freiwilligen Engagements befragt. Mit den digitalen Einheimischen sind die Generation Y oder Millennials gemeint, die um die Jahrtausendwende herum geboren wurden. Weil im Freiwilligen-Monitor und anderen Studien immer wieder der Rückgang der Freiwilligenarbeit bei der jüngeren Generation festgestellt wird, wollte es das Ostschweizer Forscherteam der FHS genauer wissen. Die Resultate sind bemerkenswert:

Neue Freiwilligen-Studie
Die Fachhochschule St. Gallen hat unter der Leitung von Daniel Jordan 2618 sogenannte «Digital Natives» nach ihren freiwilligen Engagements befragt. Mit den digitalen Einheimischen sind die Generation Y oder Millennials gemeint, die um die Jahrtausendwende herum geboren wurden. Weil im Freiwilligen-Monitor und anderen Studien immer wieder der Rückgang der Freiwilligenarbeit bei der jüngeren Generation festgestellt wird, wollte es das Ostschweizer Forscherteam der FHS genauer wissen. Die Resultate sind bemerkenswert:

  • 94% der Jugendlichen finden es wichtig, dass man sich für das Gemeinwohl engagiert.
  • 92 % der Befragten gaben an, bisher mindestens einmal Freiwilligenarbeit geleistet zu haben. 87% leisteten formelle Freiwilligenarbeit innerhalb von Vereinen, 47% ausserhalb von Organisationen. Aktuell leisten 51% der Befragten Freiwilligenarbeit. Ob es sich in allen Fällen um echte Freiwilligenarbeit zu Gunsten von Dritten handelte oder einfach auch um eine Aktivität in einer Organisation, lässt sich nicht genau eruieren.
  • Jugendliche aus dem ländlichen Raum sind mit 56% deutlich stärker in der Freiwilligenarbeit engagiert als Personen aus dem städtischen Raum (44%). 70% engagierten sich bisher innerhalb der Wohngemeinde, 55% ausserhalb.
  • Das freiwillige Engagement steigt mit zunehmendem Alter.
  • Die meisten Jugendlichen interessieren sich für Freiwilligenarbeit in den Bereichen Sport (56 %), Kultur und Freizeit (47 %) sowie Bildung/Erziehung (44 %).
  • Am stärksten gewachsen ist in jüngster Zeit das Engagement in den Bereichen Umwelt-/Natur-/Tierschutz (+19 %).
  • 70% der Jugendlichen leisteten oder leisten ein kurzfristiges, temporäres Engagement, 57% wirken längerfristig in einer freiwilligen Tätigkeit.
  • Der Spassfaktor und die Freude an der Sache bilden den wichtigsten Faktor für Freiwilligenarbeit, beim weiblichen Geschlecht (86%) wird der Faktor höher gewichtet als beim männlichen Geschlecht (79%).
  • Nebst der Freude an der Sache speilt die zeitliche Flexibilität für die Wahl einer freiwilligen Tätigkeit eine starke Rolle.
  • 82 % fühlen sich in ihrer freiwilligen Tätigkeit ausreichend durch erfahrene Personen eingeführt und begleitet.
  • 81% der jugendlichen Freiwilligen gaben an, dass auch ihre Eltern oder andere Familienmitglieder freiwillig engagiert sind.
  • Fast ein Drittel der Befragten gab an, dass Freiwilligenarbeit während ihrer Schul-/Studienzeit nicht thematisiert wurde. Wird die Antwortmöglichkeit «eher wenig» dazugerechnet, erreicht dieser Wert sogar 78 %.
  • Unter den sozialen Medien wird WhatsApp von den Digital Natives am stärksten genutzt (93 %). Gruppenchats ermöglichen es Vereinen, untereinander einfach und direkt zu kommunizieren.
  • 82% der Freiwilligen wurden durch persönliche Bekannte zu ihrem Engagement motiviert, 55% aus Eigeninitiative, 8% durch digitale Medien und 3% durch Printmedien.

Weitere Infos:

www.fhsg.ch/fileadmin/Dateiliste/3_forschung_dienstleistung/institute/iqb/Publikationen/2019/Digital_natives_veraendern_die_Freiwilligenarbeit.pdf