15. Dezember 2025

«Lasst uns reden»: Erfolgreicher Dialogprozess in Altdorf

Pro Futuris – der Think + Do Tank der SGG – hat das Dialogangebot «Lasst uns reden» nach Solothurn nun auch in Altdorf UR durchgeführt. Im Zentrum stand die Erschliessung der Eggberge – einer Sonnenterrasse oberhalb von Altdorf, die Wohnort, Naherholungsgebiet und Wirtschaftsraum zugleich ist.

Der Ortsteil ist nur über eine Luftseilbahn erschlossen. Zur Frage, wer bei wetterbedingten Ausfällen für die Finanzierung und Koordination zuständig ist, prallen unterschiedliche Interessen auf engem Raum zusammen: Anwohnende, Ferienhausbesitzende, Gastgewerbe, Landwirtschaft, Wegbaugenossenschaft, die Luftseilbahn Flüelen-Eggberge (LFE) sowie die Gemeinde. Um diesen Austausch zu strukturieren, wurde das Dialogteam von Pro Futuris beigezogen. Im Oktober und November fanden zwei Dialogveranstaltungen statt.

Das Besondere an der Methode von Pro Futuris: Das Begleitteam hatte in zahlreichen Vorgesprächen alle involvierten Interessensgruppen konsultiert, um zu bestimmen, was die Hauptthemen sind, wer teilnehmen soll und wie die Veranstaltung ausgestaltet sein muss, damit sie von allen als fair und zielführend wahrgenommen wird. Es kam eine Gruppe von 23 Personen zusammen, die nach einem repräsentativen Verteilschlüssel eingeladen worden war.

Am Dialog konnten die Teilnehmenden in einem geschützten Rahmen über ihre Anliegen, ihren Frust und Unmut sprechen, mehr Verständnis aufbauen für die unterschiedlichen Sichtweisen aufs Thema und schliesslich erste Massnahmen für eine bessere Kommunikation und ein respektvolles Miteinander verabschieden.

Der Dialog hat sich gelohnt

Ende November hat die Dialoggruppe die Ergebnisse des Dialogprozesses der Öffentlichkeit präsentiert. Dazu gehört die neue Kommission Eggberge Altdorf, in der alle Anspruchsgruppen vertreten sind. Sie soll künftig Anliegen bündeln, Prioritäten klären und Lösungen weiterentwickeln, etwa zur Finanzierung eines Ersatzbusses oder zur Koordination von Fahrdiensten. Ausserdem hat die Dialoggruppe beschlossen, dass es unter anderem regelmässige Informationsveranstaltungen, neue Rückmeldemöglichkeiten bei der LFE und eine Mitfahr-App geben soll.

«Der Dialog hat sich gelohnt», sagt der Altdorfer Gemeindepräsident Sebastian Züst. «Im direkten Gespräch konnten die Emotionen etwas herausgenommen und die Diskussion versachlicht werden.»

Lea Suter, Co-Projektleiterin von «Lasst uns reden», sagt: «In Altdorf konnten wir erleben, wie wirksam begleiteter Dialog ist, um Menschen selbst in stark eskalierten Situationen wieder miteinander ins Gespräch zu bringen und schwierige Fragen strukturiert, wertschätzend und konstruktiv zu bearbeiten. Dabei haben wir auch viel gelernt. Wir freuen uns, unser Angebot weiter auszubauen.»

Mit dem Dialogformat in Altdorf wurde «Lasst uns reden» zum zweiten Mal erfolgreich erprobt. Das Format richtet sich an Gemeinden, in denen der Austausch ins Stocken geraten ist oder sehr unterschiedliche Erwartungen aufeinandertreffen. Ziel ist es, wieder zu einer tragfähigen Gesprächsbasis zu kommen.

Gemeinden, die an einem Dialogprozess interessiert sind, können sich direkt bei Pro Futuris melden.