Die letzten Monate zeigen, dass sich für junge Menschen im Zuge von Covid-19 der Schritt in die Berufswelt als besonders herausfordernd erweist. Lehrabgänger*innen sind von den Auswirkungen der Corona-Krise speziell betroffen, weil sie sich wegen Kurzarbeit und Entlassungen vieler erfahrener Berufsleute in einem zusätzlichen Wettbewerb um freie Stellen befinden.

Job Caddie hat Krisen-Erfahrung
Job Caddie fühlt sich durch die Corona-Krise an seine Anfänge vor 12 Jahren erinnert. 2008 wurde das Mentoringprogramm von der SGG ins Leben gerufen, weil die Finanz- und Wirtschaftskrise es jungen Erwachsenen damals wie heute erschwerte, nach Lehrabschluss eine erste Stelle zu finden. Nun zeigt sich wie damals, wie wertvoll Mentoring durch freiwillig engagierte Berufsleute ist. Oft liegen den Herausforderungen, mit denen sich die Mentees konfrontiert sehen, zwischenmenschliche Schwierigkeiten am Arbeitsplatz zugrunde. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorstellen zu können, dass eine Pandemie in solchen Situationen das Fass zum Überlaufen bringen kann. So klopften bei Job Caddie in den letzten Wochen zahlreiche junge Menschen an, deren Probleme nicht direkt durch die Corona-Krise ausgelöst wurden. Oft hatten sich die Schwierigkeiten in der Ausbildungs- oder Arbeitsplatzsituation durch die Wochen des Lockdowns aber zugespitzt. Diese Jugendlichen profitieren von der zeitnahen, individuellen, niederschwelligen und möglichst branchennahen Begleitung durch eine erfahrene Berufsperson bei Job Caddie. Dank des Engagements der rund 250 freiwilligen Mentor*innen erfolgt die Unterstützung für die Mentees kostenlos.

Mentoring findet staatliche Anerkennung
Es ist davon auszugehen, dass die Corona-Krise in der Berufsbildung noch eine Weile Spuren hinterlassen wird. Umso wichtiger sind Unterstützungsangebote wie Job Caddie, die in Zukunft vermutlich noch stärker in Anspruch genommen werden. Die vom Bund eingesetzte verbundpartnerschaftliche Task Force «Perspektive Berufslehre 2020» hat denn auch Mentoring als eine der wichtigsten Massnahmen zur Bewältigung der Folgen von Corona für den Lehrstellen- und Berufseinstiegsmarkt identifiziert. Nun gilt es dafür zu sorgen, dass diese Erkenntnis nicht nur kurzfristig währt, sondern dass die Bedeutung von zivilgesellschaftlich getragenem Mentoring für die berufliche Integration von jungen Menschen vom Staat grundsätzlich und nachhaltig anerkannt wird.