SeitenWechsel

seitenwechselSeitenWechsel ist ein Programm der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft SGG. Das Pilotprojekt wurde zur 700-Jahr-Feier der Schweiz lanciert und ist seit 1994 operativ. Seither haben über 3000 Führungskräfte einen SeitenWechsel vollzogen.

SeitenWechsel wird begleitet: Eine Kommission mit Fachleuten aus der Wirtschaft und dem Nonprofit-Bereich steht für die Qualität und die laufende Weiterentwicklung ein.

SeitenWechsel: mehr als Weiterbildung

Führungs- und Sozialkompetenzen zählen zu den wichtigsten Anforderungen ans Management und sind zentral für das Funktionieren der Wirtschaft. SeitenWechsel bietet Führungspersonen eine ungewöhnliche Möglichkeit, diese Kompetenzen zu stärken. Während eines Einsatzes in einer sozialen Institution tauchen sie in ein intensives Lernsetting, in dem sie sich auf wenig verlassen können, was im normalen Arbeitsleben funktioniert.

Das Pilotprojekt wurde zur 700-Jahr-Feier der Schweiz lanciert und ist seit 1994 operativ. Heute zeugen über 3000 SeitenWechsler von dieser aussergewöhnlichen Qualifizierung für Führungskräfte. Siehe: www.seitenwechsel.ch

Lernen in sozialen Institutionen
Ein neues Produkt, neue Kunden und Partner sowie ein top Gesamtergebnis. 2016 war für das Weiterbildungsprogramm SeitenWechsel trotz weitverbreitetem Sparen in der Wirtschaft ein Erfolgsjahr.

Treue und neue Kunden
Drei Unternehmen, nämlich die Schweizerischen Bundesbahnen SBB, die Unternehmensberatung PWC und das Real-Estate-Unternehmen Livit, konnte der SeitenWechsel 2016 als neue Kunden gewinnen. Auch die Reformierte Kirche Kanton Zürich hat im Berichtsjahr entschieden, ihren Kaderleuten nach einem Pilotversuch vor 2 Jahren ab 2017 definitiv das Weiterbildungsprogramm SeitenWechsel anzubieten. Zahlreiche Unternehmen zählen seit vielen Jahren zu den Kunden von SeitenWechsel und offerierten im 2016 ihren Führungspersonen dieses Lernen in einem ganz anderen beruflichen Umfeld: Bank Vontobel, Competec, Credit Suisse, Eidgenössische Finanzverwaltung, Liechtenstein Academy Foundation, Manor, Migros-Genossenschaften Luzern und Zürich, Migros-Genossenschaftsbund, Novartis, Post, Raiffeisen, Stadt Zürich, Swisscom, Swiss Re und UBS. Ein Teilnehmer meldete sich privat an. Die Führungskräfte bildeten sich jeweils während fünf Tagen in einer sozialen Institution ihrer Wahl weiter, lernten neue Kompetenzen und werteten danach ihre Ziele aus.

Werben, vermitteln, evaluieren
Um den Kaderleuten geeignete soziale Institutionen zu vermitteln, lädt das SeitenWechsel-Team die Teilnehmer und die sozialen Institutionen zusammen an einen Tisch. Zehn Mal wurde im 2016 ein sogenannter „Markt“ veranstaltet, um sich zu „matchen“: sechsmal in Zürich, zweimal in Bern, einmal auf Schloss Freudenfels im Kanton Thurgau und einmal am Hallwilersee. Diese Märkte sind beliebt; sie ermöglichen den Beteiligten, sich kennenzulernen und Berührungsängste abzubauen. Teilnehmende, die nicht an den Märkten teilnehmen konnten, erhielten auf Grund ihrer genannten Ziele und Vorstellungen massgeschneiderte Lernangebote. Was SeitenWechsel bewirkt und ob die Teilnehmer ihre Ziele erreichen, wird mit anschliessenden Auswertungsworkshops evaluiert. Die Feedbacks sind äusserst positiv.  Eine Führungsperson, die den SeitenWechsel in einem Behindertenheim erlebte, meinte: „In Sachen Tempo und Geduld möchte ich künftig meinem Team und meinen Kollegen in der Bank mehr Platz und Zeit lassen. Vermitteln Sie mehr solcher Einsätze! Sie täten allen Mitarbeitern gut.“

Ideale Lernorte finden
Mit der intensiven Akquisitionstätigkeit bei Unternehmen ging eine ebenso aufwändige Suche nach elf neuen sozialen Institutionen einher: die meisten im Kanton Bern, zwei im Kanton Zug: das „Recycling“ und die „Sennhütte", eine Fachinstitution für Suchttherapie. Beide werden von der Gemeinnützigen Gesellschaft Kanton Zug (GGZ) getragen. Im Rahmenprogramm der SGG-GV im Juni 2016 stand ein Besuch der „Schule an der Linth“ im Kanton Glarus. Der dortige Leiter, ein alter Bekannter von SeitenWechsel, war gern bereit, auch an seiner Schule künftig Teilnehmer aufzunehmen. Ausserdem konnte SeitenWechsel zwei weitere Asylzentren im Kanton St. Gallen als Partnerorganisationen gewinnen. Die SeitenWechsler wollten ihre soziale Führungskompetenz im Berichtsjahr vor allem in Asylzentren und im Bereich Psychiatrie entwickeln. Gefragt waren Einsätze in Stationen, wo Menschen mit Depressionen, Burnout und Suchterkrankungen behandelt werden. Auch Institutionen für Menschen mit einem permanenten Handicap wurden 2016 von vielen SeitenWechslern als Lernort gewählt.

Pilot-Einsätze für Gruppen
Das SeitenWechsel-Team ist zusammen mit der beratenden Kommission und dem SGG-Vorstand seit 2015 daran, den Unternehmen, die den SeitenWechsel als Weiterbildungsprogramm anbieten, weitere Gelegenheiten zu ermöglichen, um von sozialen Institutionen zu lernen. Als Ergänzung zum individuellen Lernen im einwöchigen Einsatz hat sich bereits ein Unternehmen entschlossen, als Pilotprojekt einen eintägigen Team-Einsatz in einer sozialen Institution durchzuführen.

Das haben wir 2016 erreicht:

  • 146 Führungskräfte aus 18 Unternehmen haben einen SeitenWechsel absolviert.
  • 11 soziale Partner-Institutionen konnten neu als Lernorte für SeitenWechsler gewonnen werden.
  • Ein neues Angebot wurde entwickelt, in dem Teams einen eintägigen Workshop in einer sozialen Institution durchführen können.

Ausblick 2017

  • Implementieren des neuen eintägigen Angebots für Teams von Unternehmen
  • Akquisition weiterer Unternehmen
  • Situationsanalyse in der Romandie

Wussten Sie, dass...

  • SeitenWechsel neben der klassischen 5-tägigen Weiterbildung bald ein neues Angebot im Portfolio hat?
  • Unternehmen jährlich im Durchschnitt 8 Kaderleute in den SeitenWechsel schicken?
  • SeitenWechsler/innen die Weiterbildung am liebsten in der Psychiatrie durchführen?

Mit 148 Teilnehmenden übertrafen wir die letztjährige Teilnehmerzahl um 3,5 Prozent und erreichten unser Budgetziel. Dazu beigetragen haben unsere starken Kundenbeziehungen zu (in alphabetischer Reihenfolge) Alstom, Bank Vontobel, Credit Suisse, LGT, Manor, den Migros-Genossenschaften Luzern, Ostschweiz und Zürich, Migros-Genossenschaftsbund, Post, diversen Raiffeisen-Filialen, der Stadt Zürich, Swisscom und UBS.

Sechs Unternehmen kamen neu dazu, nämlich die Eidgenössische Finanzverwaltung, der Kanton Luzern, Localnet, die Reformierte Kirche Kanton Zürich sowie zwei Unternehmen, die SeitenWechsel als Pilotprojekt durchführen, um zu prüfen, ob das Programm in ihre Weiterbildungsstrategie passt.

5 Teilnehmende haben sich individuell angemeldet, also unabhängig von einem Unternehmen. Für sie hatten wir im Herbst einen eigenen Auswertungsworkshop ausgeschrieben.

Mit 143 SeitenWechseln erreicht die Zahl der Einsätze erstmals wieder eine Höhe wie vor der Wirtschaftskrise 2008. Dazu beigetragen hat unsere Kundin Credit Suisse, die 49 Einsätze gebucht hat. Weiterhin konnten wir auf unsere starken Kundenbeziehungen mit der UBS (die notabene seit Beginn, seit 20 Jahren, Kundin ist, in den Anfängen noch als Bankverein), der LGT, der Swisscom, der Post, diversen Migros-Genossenschaften, Manor und weiteren langjährigen Kunden zählen. 

7 Werbeclips und über 100 Zitate Ehemaliger sind jetzt zusammen mit der renovierten Webseite nutzbar. Neu ist die SGG als Dachmarke visuell stärker sichtbar auf der Webseite.

Knapp 15 000 Franken hat SeitenWechsel gezielt als Sponsoring fürs Jubiläum generiert. Neben der UBS, die die Clips finanzierte, zahlten uns die Credit Suisse, der MGB und sogar ein ehemaliger SeitenWechsler je einen Beitrag an das Jubiläum.

Zusammen mit der Stiftung Philias, welche sich ebenfalls für die Förderung sozialer Unternehmensverantwortung einsetzt, organisierten wir einen Workshop zum Thema «Wirksame Partnerschaften mit dem Privatsektor». 30 Teilnehmende
aus Non-Profit-Organisationen, darunter einige unserer SeitenWechsel-Partner aus dem sozialen Bereich, diskutierten über Chancen und Risiken von Partnerschaften mit Unternehmen. Themen wie Reputationsrisiken, Nutzen versus Aufwand, Abhängigkeit oder Ungleichgewicht in Partnerschaften wurden besprochen. Die Ergebnisse helfen uns, die Bedürfnisse unserer sozialen Institutionen besser zu verstehen und den Unternehmen massgeschneiderte Einsätze zu vermitteln.

If it works, do more of it. If it doesn't work, do something else.
– Wenn es funktioniert, mach es weiterhin. Wenn es nicht funktioniert, mach etwas anderes.
seitenwechselGetreu dieser Maxime des lösungsorientierten Denkens hat SeitenWechsel im Auftrag des Vorstandes im letzten halben Jahr untersucht, welche anderen Formen neben dem immer noch erfolgreichen klassischen SeitenWechsel Bestand haben könnten auf dem Markt.

In einer qualitativen Studie untersuchte ein Praktikant, welche neuen Angebote von SeitenWechsel entwickelt werden könnten und/oder mit welcher Institution eine Partnerschaft sinnvoll wäre, beides um Wachstum zu generieren.

SeitenWechsel, seit mehr als 20 Jahren fester Bestandteil der SGG, ist eine Weiterbildung für Führungskräfte im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung und verzeichnet über 3000 Teilnehmer. Der klassische SeitenWechsel, ein ziel- und ergebnisorientierter Einsatz in einer sozialen Institution mit Auswertung, dauert fünf Tage am Stück und garantiert so authentisches Lernen und eindrückliche Entwicklung. Er erfreut sich immer noch grosser Nachfrage bei bestehenden Kunden. In Zeiten von Sparmassnahmen ist die Stärke des Programms, nämlich seine Intensität und Reallife-Qualität, jedoch auch manchmal ein Hindernis bei der Akquisition neuer Unternehmen.

Es wurden deshalb neue, kürzere Formen gesucht. In Interviews und Gesprächsrunden mit bestehenden und potentiellen Kunden und mit SeitenWechsel-affinen Personen zeichnete sich ab: Der klassische SeitenWechsel ist nach wie vor sehr beliebt, und eine Veränderung des bestehenden Produktes wird von Kundenseite nicht gewünscht. Es wurde weiter klar, dass ein neues Produkt auf denselben Kernkompetenzen wie der SeitenWechsel basieren soll, nämlich auf der Verbindung von sozialen Institutionen und Privatwirtschaft. Eine neue, eventuell kürzere Form einer solchen Verbindung gäbe Antworten auf Herausforderungen innerhalb der Unternehmen wie Schwierigkeiten in der internen Kommunikation, u.a. zwischen den Abteilungen, oder wie den Umgang mit hoher Belastung im Arbeitsalltag. Ebenfalls zeigte sich, dass eine neue Form nicht im CSR-Bereich eines Unternehmens angesiedelt werden sollte, da dieser Bereich gesättigt scheint: Die Unternehmen tun selbst schon viel zu Corporate Social Responsibility und/oder die Budgets sind eher klein. (Die Nachricht, dass die CSR-Organisation Philias ihre Tätigkeiten sowohl in der Romandie wie in der Deutschschweiz einstellt, kam nach Abschluss der Recherche und bestätigt diese These.) Mögliche Partner wie Hochschulen, Weiterbildungsinstitutionen, Verbände und Netzwerke für Führungskräfte könnten Vertriebskanäle sein und den Bekanntheitsgrad erhöhen sowohl für den klassischen SeitenWechsel wie für eine neue Form sein.

In einem nächsten Schritt wird nun von der Programmleitung eine weitere Form des Austauschs zwischen sozialen Institutionen und der Privatwirtschaft entwickelt und zur Marktreife gebracht.

Jacqueline Schärli, Programmleiterin SeitenWechsel:  www.seitenwechsel.ch

20 Jahre SeitenWechsel feierten wir im Jahr 2014. 20 Jahre Verbindung von Wirtschaft und sozialen Institutionen. Seit 1994 macht das Programm die Wirtschaft führungs und sozialkompetenter – in über 3000 sozialen Einsätzen.

Das Fest
Im September luden wir zum Fest. Ehemalige SeitenWechsler, CEOs, HR-Verantwortliche, Kunden und Mitglieder der SGG-Gremien feierten in Zürich das Jubiläum. Zu Beginn des Abends stellten sich Daniela Merz, CEO der Sozialfirma Dock Gruppe, und Curdin Duschletta, Leiter Community Affairs bei der UBS, den Fragen von Katja Gentinetta, Politikphilosophin und Moderatorin der Sternstunde Philosophie bei SRF. Rund um das Thema «Soziale Unternehmensverantwortung » und die Bedeutung von SeitenWechsel wurde lebhaft diskutiert. Es ging vor allem um Herausforderungen bei der Umsetzung solcher Unternehmensverantwortung in der Privatwirtschaft und die Bedürfnisse und Erwartungen der sozialen Institutionen diesbezüglich.
Diese Themen vertieften die Gäste später in persönlichen Gesprächen oder wechselten bei einem «Töggeli-Match»nochmals die Seiten. Für Stimmung sorgte die HORA’BAND, entstanden aus dem Umfeld des Zürcher Theaters HORA und der Stiftung Züriwerk, einer Partnerin von SeitenWechsel. 

Die Werbeclips und Statements
Anlässlich des Jubiläums baten wir ehemalige Teilnehmende um ihre Erinnerungen. SeitenWechsler aus verschiedenen Unternehmen haben wir in sieben ein- bis zweiminütigen Kurzfilmen porträtiert. Sie berichten eindrucksvoll ber ihre Einsätze und die Schlüsselkompetenzen, die sie im Seiten-Wechsel weiterentwickelt haben. Wir freuen uns, dass die
UBS diese Werbeclips finanziert hat. Neben den Videoclips finden sich auf der Webseite seitenwechsel. ch neu Zitate von SeitenWechslern und von unseren Partnern aus Unternehmen, Verwaltungen und den sozialen Einrichtungen. Es sind kurze und prägnante Statements über den Sinn und die nachhaltige Wirkung dieser einzigartigen Weiterbildung.

Der Neuauftritt
SeitenWechsel präsentiert sich seit Herbst 2014 in neuen Farben, mit neuen Bildern und mit einem neuen Logo. Physisch auf Broschüren, Briefschaften und Visitenkarten, virtuell auf seitenwechsel.ch. Per Zufallsgenerator erscheinen auf der Webseite jeweils drei der oben erwähnten Zitate sowie ein Werbeclip. Mit dem aktualisierten Auftritt, visuell angepasst an das Gesicht der SGG, gehen wir mit frischem Wind in die Zukunft. Die schweizerische Presse zeigte grosses Interesse am SeitenWechsel-Jubiläum; unter anderem berichteten der Tages-Anzeiger, der Bund, Schweiz am Sonntag sowie die Fachzeitschriften Persorama und HR Today über uns.