Crowdfunding – auch Kleinvieh macht Mist

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Vereine und Projekte sammeln online
Immer mehr private Spenderinnen und Spender unterstützen Projekte per Knopfdruck im Internet und können sich dort jeweils über den aktuellen Stand der Projekte informieren. Das Controlling ist einfacher, direkter und schneller möglich als bei Sammelorganisationen und Hilfswerken. Die neue Schweizer Online-Zeitung REPUBLIK sammelte im Sommer 2017 online innert Tagen eine Million Franken. Der Erfolg ist an sich erstaunlich, weil im herkömmlichen Fundraising erstens das Fördern von Betriebskosten nicht sehr attraktiv ist für die Kommunikation der Förderstiftungen. Und zweitens spenden Stiftungen wenig in journalistische Projekte, weil ein Medium nur dann als finanziell nachhaltig eingestuft wird, wenn es sich durch Abos, Direktverkauf und Werbung finanzieren kann.

Es gibt keine Gewähr, dass die Projekte, für die online Geld gesammelt wird, tatsächlich gemeinnützig sind. Aber offenbar werden zumindest fragwürdige Projekte von den Plattform-Betreibern aus dem Verkehr gezogen. Im November 2017 stoppte die Schweizer Crowdfunding-Plattform www.wemakeit.com eine Kampagne für die No-Billag-Initiative, weil die Initiative den von der SRG geförderten sozialen und kulturellen Zusammenhalt in der Schweiz bekämpft. Crowdfunding-Plattformen wie www.icareforyou.ch, www.100-days.net, www.projektstarter.ch, www.cashare.ch, www.c-crowd.com, www.miteinander-erfolgreich.ch, www.ideenkicker.ch, www.ibelieveinyou.ch, www.startnext.com, www.givengain.com, www.kisskissbankbank.com/de, www.letshelp.ch, www.lokalhelden.ch, www.progettiamo.ch oder www.splendit.ch sind mittlerweile etablierte Instrumente zur Schwarmfinanzierung von Projekten und neuen Geschäftsideen.

Der Erfolg von Crowdfundings basiert auf einer Vielzahl von Menschen, die kleine Beträge für kulturelle, soziale oder kommerzielle Projekte zur Verfügung stellen. Die Kommunikation zwischen den Förderern und den Geförderten geschieht online - ebenso das Sammeln der Mittel. Die Sammeldauer beträgt in der Regel 30-60 Tage. Bei manchen Projekten kann man sich beteiligen, bei manchen gibt es eine Gegenleistung. Zwar fliessen noch keine 3 Prozent der nationalen Spendensumme via Crowdfunding, aber der Anteil wird steigen. Denn Crowdfunding spricht junge Leute direkt und online über "deren" Medium an und erreicht Zielgruppen, die einer Non-profit-Organisation mit herkömmlichen Fundraising-Methoden entgehen. Und wenn der Online-Anteil am Spendenkuchen wächst, wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis die online gesammelten Spenden und die allfälligen Gegenleistungen analog zu AirBnB oder Uber-Taxi vom Fiskus genauer unter die Lupe genommen werden.

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